architektur



PALMANOVA

THE IDEAL CITY IN MOTION -
ein stadträumliches Experiment am hermetischen Idealstadtmodell

Projekt Biennale Venedig
mit Christine Edmaier

Wir beabsichtigen die Begriffe geschlossen- offen, innen- außen, zentral- dezentral, Ruhe- Bewegung sichtbar zu machen, als dialektisches Verhältnis utopischer räumlicher Konstellationen im Moment der Überschreitung von Ordnungsgrenzen des klassischen Modells der Idealstadt.
Dieses dialektische Verhältnis drückt sich aus im radikalen Gegensatz stadträumlicher Ideale, ist aber aus Elementen der Stadt Palmanova heraus entwickelt. Gezeigt werden soll nicht nur der Wert und die Notwendigkeit offener Raumvorstellungen, sondern auch deren notwendige Bindung an traditionelle Elemente von Stadt und Topographie. So zeigt sich das Ganze im Gegensätzlichen. Palmanova ist als städtische Realität in seiner Ordnung geschlossen und gefangen. Die Analyse sucht Elemente in der Stadt, deren Reflexion Anlaß zur Grenzüberschreitung der traditionellen räumlichen Ordnung bieten.

Der Ring
Der Ring ist eine Zone, die zum Inneren von Palmanova in einem metaphorischen Sinn gehört. Hier interpretieren wir spezielle Situationen in der morphologischen Struktur der existierenden Stadt. Ausgangspunkt für die Operationen sind die fehlenden Plätze von Palmanova, die durch Objekte ersetzt werden sollen, die öffentliche Funktionen tragen. Es gibt drei Typen von Objekten: die Unité auf der Mauer, die die Stadt an einer Stelle öffnet; die Objekte im Ring selbst, jedes als gebauter öffentlicher Raum und die Unité die den Ring von innen nach außen überquert.

Die Bandstadt
Eine kleine Störung im regelmäßigen radialen Raster des Idealgrundrisses wird als Chance zum Ausbruch wahrgenommen. Einige Bebauungselemente machen sich aus der Kreisbahn frei und schießen in gerader Linie durch den Befestigungsring nach Süden über die Autobahn hinaus. An der Befestigungsmauer brechen sich die Zeilen und kehren sich um, orientieren sich hin zu einem Mittelstreifen, der als Grün-, Sport- und Erholungszug mit aus der alten Stadt hinausgenommen wurde. Es gibt einen zweiten Strip als Verkehrsachse. Diese zwei Strips, die zunächst getrennt verlaufen, treffen sich auf der Südseite der Autobahn und werden ein Holiday- strip zum Meer.

Die Stadt am Bahnhof
Der Bahnhof, der sich außerhalb der Stadt befindet, ist Zentrum des Wachstums um Palmanova herum. Die Idee geht von der Tatsache aus, daß die Anlage von Palmanova eine wichtige Erfahrung im Bewußtsein der Menschen war. Es war eine Erfahrung in verschiedener Hinsicht: in ästhetischer, politischer und intellektueller. Die Idee will eine Konzeption sein, deren Prinzipien weder materialistisch noch symbolistisch sind. Es ist ein System, welches sechzehn Blockeinheiten umfaßt. Diese Blöcke enthalten einige metaphorische Setzungen, die in einen abstrakten Kontext gestellt werden und sich auf eine Weise verhalten, die auf der Beziehung und der Distanz zwischen Mensch und Objekt gründen. Das Konzept deutet auch Struktur als eine Basis einer formalen Konzeption von Architektur und reagiert damit gegen eine wahrnehmungsorientierte und konventionelle Bedeutung. Aber dieses System ist auch eine Sequenz von Elementen, die eine Abstufung von öffentlichen und halböffentlichen und privaten Rämen schafft, die untereinender verbunden sind und fließend von rein privaten zu rein öffentlichen Bereichen übergehen.


© CAParchitektur